Die Esel von Sent
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Eines Abends auf dem „Plaz da la nuscheglia“ sagt Michel zu seinen Kameraden, die alle für ihr Leben gern auf Hasenjagd gehen: Die Jäger gehen einer hier, einer dort in Stellung – die besten an der Strasse, die nach Scuol hinunterführt. Die armen Hunde suchen und suchen, aber sie können nichts aufspüren.
Schliesslich – es wird schon fast Mittag gewesen sein – kommt ein ungeheures Hasentier mit nach hinten gelegten Ohren so schnell es kann den Hang hinaufgehoppelt und gesprungen. Ein Hund hat es aus einem Wacholderbusch hervorgejagt und rennt ihm wie der Teufel hinterher. Michel sieht den riesigen Hasen kommen und steht bereit. Päng! Und der Hase purzelt den Hang hinunter. „Tot“, ruft er und wiederholt es noch zwei-, dreimal und all seine Kameraden eilen herbei. „Donnerwetter – was für ein Schuss! Das ist die Mutter aller Hasen! Bravo, Michel!“
Dort tragen sie Duonn’Ursina auf, den Riesenhasen noch für den gleichen Abend zu kochen. Sie laden die jungen Mädchen zum Essen ein und bestellen gleich noch die Musik für den Tanz. Am Abend kommen alle zum Essen. Der Hasenbraten schmeckt ausgezeichnet – und bei gutem Wein und vielen Scherzen ist alles in bester Ordnung. Da schreit Michel plötzlich laut auf. Beim Abnagen eines Hasenbeines hat er sich zwei Zähne ausgebissen, weil dieses verdammte Vieh Hufeisen trug.
Seit diesem Tag sagt man: die Esel von Sent.
Übersetzung A. Elisabeth Flury |
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